Musikalischer Witz, aber niemals albern
Die Dolphins singen sich am Edith-Stein-Gymnasium in die Herzen ihrer Zuhörer
Sechs elegante Herren, gekleidet in Schwarz mit roter Weste, betreten das Podium der Aula des Edith-Stein-Gymnasiums und ziehen gleich mit ihrem ersten Stück – einem allseits bekannten Werk – das Publikum in ihren Bann. Die Titelmusik der „Sendung mit der Maus“, in hoher rhythmischer und melodischer Präzision gesungen, untermalte die Ansagen, was auf die Zuhörer an diesem Abend noch alles zukommen würde. Es folgten die gleichen Ansagen auch noch in einer anderen Sprache, wobei man zum Schluss aufgeklärt wurde: Das war russisch. Alle „Maus“-Kenner hatten ihre Freude daran.
Mit dieser heiteren Eröffnung begann ein Programm, das sich durch musikalischen Witz genauso auszeichnete wie durch lustige choreografische Einfälle, die aber nie ins Alberne abrutschten.
Die Dolphins, fünf Sänger und ein Pianist, singen vor allem eigene Arrangements, die durch ihre harmonischen Finessen, rhythmischen Tücken und den ständigen Wechsel der Melodie durch alle Stimmen nie langweilig werden und den Sängern ein großes musikalisches Können abverlangen.

Wer stellt sich beim Zuhören schon die Probleme vor, eine Begleitstimme auswendig zu erarbeiten, die viele eigenwillige Tonsprünge und -schritte mit so „leicht“ merkbaren Texten wie 27-mal gedeckedeng, 13-mal bawabaduda und darauf folgendem daidaidendudu enthält. Dazu soll die Stimme mal nach Trompete klingen, dann nach Kontrabass oder auch Schlagzeug. Und nicht bei allen Stücken hat man die Unterstützung des einfühlsam begleitenden Pianisten.
Aber die Dolphins verbeugen sich auch vor den Altmeistern der Zunft, indem sie die Arrangements der Comedian Harmonists in der Originalfassung vortragen, die auch um nichts leichter zu erarbeiten sind als die eigenen Arrangements.
Die Zuhörer konnten so eine Mischung aus „klassischen“ a-cappella-Stücken – „Ein Freund, ein guter Freund“ oder „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen – hören, aber auch Interpretationen moderner „Ohrwürmer“ aus Rock und Pop, die von der Titelmusik des Raumschiff Orion über „California Dreaming“ bis zu „Anna hat Migräne“ von den Wise Guys reichten.
Die häufig witzigen Texte der Stücke sorgten zusätzlich für gute Stimmung im Publikum, das sich am Ende des Abends bei der Gruppe mit langanhaltendem Applaus bedankte und mehrere Zugaben erklatschte.
BNN Bretten, 14.03.2009